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Brexit war gestern – Was wir JETZT brauchen

Wurde in den letzten Monaten noch in den europäischen Volkswirtschaften intensiv über die möglichen negativen Folgen eines wie auch immer gearteten Brexits und mögliche Szenarien für die Lieferketten der Industrie diskutiert, haben wir jetzt ein ganz anderes Problem. Heute sehen wir uns mit einer Krise konfrontiert, die uns alle gefährdet: Unsere Gesundheit, unseren Alltag, unsere Unternehmen, unsere Arbeitsplätze, mit einem Wort ausgedrückt unsere Existenz.

Für die Bewältigung der Corona-Krise gibt es kein Drehbuch, keine Anleitung, keine „Blaupause“ und auf absehbare Zeit noch keinen Impfstoff. Bei aller Solidarität, aber es geht nun für viele ans „Eingemachte“ – sprichwörtlich.

Der stationäre Möbelhandel darf bis auf weiteres die Ladenlokale nicht öffnen, vielfach ist der Hinweis auf den mehr oder weniger vorhandenen Online-Shop gegeben. Viele Mitarbeiter „machen“ jetzt Home-Office. Man muss kein Prophet sein, wenn man die Behauptung aufstellt, dass die Corona-Krise vieles verändern wird.

Unterstellt die Konsumgüterindustrie kann weiterhin liefern, dann wird diese Krise ein „Brandbeschleuniger“ für den Online-Handel. Es reift die Erkenntnis, dass die Zeit für weitere großflächige Einrichtungshäuser endlich ist. Ikea hat schon längst neue und kleinere Formate entwickelt. Einige wenige Möbelunternehmer haben schon vor einigen Jahren intelligente Konzepte entwickelt, die heute in interessanten Fachmarktkonzepten Beachtung finden.

Es gibt sie also, die Unternehmen, die Herausforderungen meistern und auf aktuelle und sicherlich auch zukünftige Herausforderungen besser vorbereitet sind. Jedoch können wir uns auf Erfolgen nie ausruhen, sondern müssen uns immer auf Neues vorbereiten. Mit dem populären Satz der Briten „Keep Calm and Carry On“ kommt man hier eher nicht weiter.

Ein Konzept für erfolgreiche Unternehmensführung und – im Ergebnis – erfolgreiche Unternehmen bietet die 2017 veröffentlichte ISO-Norm 22316 an. Hier wird definiert: „Organisationale Resilienz ist die Fähigkeit einer Organisation, etwas abzufedern und sich in einer sich verändernden Umgebung anzupassen, um so zu ermöglichen, ihre Ziele zu erreichen, zu überleben und zu gedeihen.“

Der Begriff Resilienz hat in den vergangenen Jahren in der Psychologie, der Ökologie und in der Soziologie eine steile Karriere gemacht. Als „resilient“ werden mittlerweile nicht nur Menschen bezeichnet, die große Krisen unbeschadet bewältigen, sondern auch Gruppen, Unternehmen oder Ökosysteme, die sich angesichts massiver Irritationen als stabil erweisen.

Resilienz ist damit der Begriff der Stunde und liefert mittlerweile vielfältige Literatur und neue Ansätze in der modernen Managementlehre. In dem lesenswerten Buch „Resilienz für Unternehmen“ (erschienen im Gabler Verlag) stellt die Autorin Jutta Heller zwei zentrale Fragen: Wie effektiv haben Sie in der Vergangenheit in Ihrem Unternehmen Herausforderungen gemeistert? Wie gut sind Sie auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen vorbereitet?

Durch die Brille des Personalberaters betrachtet ist hier sicherlich die Verfügbarkeit von Ressourcen von allergrößter Bedeutung. Hierbei werden diese als Produktionsfaktoren wie Arbeit, Boden und Kapital verstanden. In unserer heutigen Informationsgesellschaft tritt jedoch als weitere Ressource „Wissen“ hinzu.

In meinen Gesprächen – sei es mit Personalverantwortlichen, sei es mit Bewerbern – stelle ich fest, dass heute für den Unternehmenserfolg notwendiges Wissen bzw. Qualifikationen gar nicht vorhanden und/oder damit für einen Unternehmenserfolg relevante Positionen entweder suboptimal oder gar nicht besetzt sind.

Gibt es das Know-How für eine moderne IT-Infrastruktur, ein funktionierendes Berichtswesen, moderne Beschaffungs- wie auch Distributionslogistik und schließlich die Köpfe, welche die für den stationären Handel so wichtigen Konzepte für das notwendige Einkaufserlebnis erdenken?

Wer fördert also in Ihrem Unternehmen eine kontinuierliche Verbesserung? Wer antizipiert und managt bei Ihnen Veränderungen? Fragen, die unbedingt beantwortet werden müssen, wenn mit einer Balance von Sicherheit und Flexibilität diese Krise gemeistert werden soll.