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KI-Skills als neue Schlüsselqualifikation

Das Hype-Thema heute schlechthin und für viele zurzeit noch ein böhmisches Dorf: KI, also künstliche Intelligenz. Generative KI, ChatGPT, OpenAI, etc. Begriffe nur für Profis? Laut Wikipedia ist generative KI künstliche Intelligenz, die in der Lage ist, mithilfe generativer Modelle Texte, Bilder oder andere Daten zu generieren, häufig als Reaktion auf Eingabeaufforderungen, den sog. comand prompts (auch Prompts genannt). OpenAI ist ein ursprünglich als Non-Profit-Organisation gegründetes und heute auch kommerziell agierendes Unternehmen. Es beschäftigt sich mit der Erforschung und Entwicklung von KI. Bekannt wurde OpenAI durch Projekte wie den KI-Bildgenerator DALL-E oder den Chatbot ChatGPT. ChatGPT ist eine fortgeschrittene Form eines Chatbots, der sich mithilfe von KI mit Menschen in natürlicher Sprache unterhalten kann. GPT steht für Generative Pre-Trained Transformer.

Während die einen noch versuchen, die Bedeutung der Begriffe zu verstehen, sehen andere bereits die vielfältigen Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle und für die Arbeitswelt, sich in einer Geschwindigkeit zu verändern, die noch vor kurzem undenkbar war.

Was bei dem Hype übersehen wird: Jede neue Technologie braucht Menschen, die sie anwenden können. Und da sieht es in Deutschland mau aus. In Ländervergleichen zur Digitalisierung steht die zurzeit noch wirtschaftsstärkste Nation Europas regelmäßig am Ende der Tabelle. Gerade bei der KI-Kompetenz ist noch viel Luft nach oben. Viele Unternehmen haben die mangelnden Weiterbildungsaktivitäten als Bremsklotz für die technologische Entwicklung ausgemacht und investieren nun selbst.

So hat Microsoft in seinem 3,2 Milliarden schweren KI-Investitionspaket umfangreiche Fortbildungsmöglichkeiten gleich mitbudgetiert. Über sein Tochterunternehmen Linkedin bietet Microsoft beispielsweise einen kostenlosen Grundlagenkurs in generativer KI an. Wer alle sechs Online-Einheiten absolviert und dazu einen Test besteht, erhält ein beruflich verwertbares Zertifikat. Auch Google, die Amazon-Tochter AWS, Salesforce und SAP kombinieren mit frei zugänglichen Onlinekursen gesellschaftliches Engagement mit eigenen Interessen.

 

„KI-Fähigkeiten gehören aktuell zu den wertvollsten Fähigkeiten am Arbeitsmarkt“, sagt der Ökonom und Arbeitsmarktforscher Fabian Stephany, der an der Universität Oxford sowie am Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin zu den Auswirkungen von KI auf Jobs und Gehälter forscht. Seine Ergebnisse stützt er auf eine umfassende Analyse von Jobofferten und Gehaltsangaben aus Großbritannien. Diese hat ergeben, dass der Gehaltsaufschlag für KI-Skills rund 16 Prozent beträgt. Dies ist fünfmal mehr als der durchschnittliche Wert aller anderen Fähigkeiten.

Doch nicht nur für Freiberufler zahlt sich KI-Know-How aus. Stephany rechnet damit, dass sich das sogenannte Skill Based Hiring auch bei Festanstellungen zunehmend etablieren wird. Dabei fokussieren sich die Personalabteilungen vorrangig auf die Kenntnisse und Fähigkeiten der Bewerber, weniger auf Titel und Abschlüsse.

Im Bereich der digitalen Transformation ist zu beobachten, dass formale Bildungsabschlüsse nicht mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt halten können. Immer öfter wird daher in Stellenangeboten nicht mehr nach Titeln und Abschlüssen, sondern nach konkreten Fähigkeiten gefragt. Wer sie hat, bekommt den Job und wird besser bezahlt – egal, ob mit oder ohne Studium.

Selbst in Deutschland, wo die Formalqualifikation in der Personalauswahl traditionell einen hohen Stellenwert hat, wird das Skill Based Hiring stark zunehmen – so die Erwartung von Stephany.

Man muss nicht auf jeden Trend aufspringen. Allerdings ist KI ein Thema mit disruptivem Potential; d. h. bisherige Geschäftsmodelle sind auf Sicht obsolet und bekannte Technologien werden ersetzt. Insbesondere im Bereich der Kommunikation und der Automatisierung wird dies ein echter Katalysator sein und zu erstaunlichen Dynamiken führen.