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Die Mobilität von Fachkräften

Bei der Besetzung offener Positionen spielt die Mobilität immer wieder eine Rolle. Bei Fachkräften noch eher als bei Führungskräften. Warum nicht vorhandene Mobilität als die Schwierigkeit schlechthin bei der Besetzung auch attraktiver wie wichtiger Positionen wirkt, soll im Folgenden anhand einiger statistisch erhobener Zahlen vergegenwärtigt werden.

Erst die Heimat, dann der Job: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Portals und Stellenmarkts meinestadt.de. „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“, hieß es schon damals bei Goethe. Verse, die auch heute noch von Bedeutung sind, vor allem auf dem Arbeitsmarkt. Denn: Heimat, Arbeiten und Jobsuche gehören für Fachkräfte mit Berufsausbildung untrennbar zusammen.

Die gewohnte Umgebung für einen Job zu verlassen, schließt die Mehrheit kategorisch aus. Das zeigt die o.g. Studie von meinestadt.de, für die das Marktforschungsinstitut Respondi insgesamt 2.000 Teilnehmer im Alter von 25 bis 65 Jahren befragt hat.

Demnach pflegen Fachkräfte mit Berufsausbildung eine enge Bindung zu ihrer Heimat und definieren diese als ihre unmittelbare Umgebung. Für die 61,2 Prozent beschreibt „Heimat“ einen Radius von unter 50 Kilometern um ihrem Geburtsort, wo auch Familie und Freunde wohnen. Sie verweisen meist darauf, dass ihr soziales Umfeld und ihr Geburtsort eins sind: Heimat ist „da, wo Familie und Freunde sind“, „da, wo ich herkomme, ich meine Wurzeln habe oder mich zu Hause fühle“.

Das eng gefasste Heimat-Empfinden der Fachkräfte bestimmt auch ihren Blick auf die Arbeitswelt. So ist Arbeiten in der Nähe des Wohnorts unter Fachkräften die Regel. Bei 86 Prozent sind Wohnort und Arbeitsplatz nicht weiter als 30 Kilometer voneinander entfernt, etwa jeder Zweite davon fährt sogar nur bís zu neun Kilometer Richtung Job. 87,9 Prozent ist es „wichtig“ oder „sehr wichtig“, dass ihr Arbeitsplatz nah an ihrem Wohnort liegt.

Entsprechend suchen diese Fachkräfte regional nach neuen Jobs. Dabei nutzen sie bevorzugt Online-Jobbörsen (58,9 Prozent) und, neben regionalen Tageszeitungen, weitere digitale Angebote wie Job-Apps, Suchmaschinen und Karriereseiten von Unternehmen.

87,8 Prozent geben bei der Arbeitssuche einen Umkreis von unter 50 Kilometern an, etwa zwei Drittel davon sogar nur unter 30 Kilometern. Demnach entspricht der Suchkreis exakt dem definierten Heimat-Radius. Fast jeder Zweite würde Abstriche im Job hinnehmen, um in der Heimat bleiben zu können.

 

Sehr viele der befragten Fachkräfte schließen sogar einen jobbedingten Umzug kategorisch aus. So ist es nicht verwunderlich, dass 80,4 Prozent der Fachkräfte bislang keinmal oder erst einmal wegen eines Jobs umgezogen sind. 40,1 Prozent würden für einen Job „gar nicht“ umziehen, etwa ein Viertel nur in einem Umkreis von unter 30 Kilometern. Ebenso ist es für Fachkräfte keine Option, unter der Woche in der Nähe des Jobs zu wohnen und am Wochenende in der Heimat zu sein.

Für die Mehrheit der Fachkräfte (56,8 Prozent) liegt die Schmerzgrenze beim täglichen Pendeln bei unter 30 Kilometern. 14,6 Prozent sind „gar nicht“ bereit zu pendeln.

Für Arbeitgeber bedeuten diese Ergebnisse, dass sie echte Anreize schaffen müssen, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. „Die Studie zeigt: Um die besten Fachkräfte zu finden, müssen sich Unternehmen im Sinne des Employer Branding als attraktive Arbeitgeber in der Region positionieren“, so Wolfgang Weber, ehemaliger Geschäftsführer von meinestadt.de.

Was bedeutet das für Arbeitgeber konkret? Arbeitgeber müssen nach Lösungen suchen, die den Mobilitätsgrad erhöhen. Stichworte können hier sein: ein Jobticket für den ÖPNV, anderweitige Zuschüsse zu Fahrtkosten, gleitende Arbeitszeiten, der eine oder andere Tag im Home-Office, und nicht zuletzt die unternehmensinterne Weiterbildung im Rahmen einer zielführenden Personalentwicklung. Und dann gilt es, dies über ein intelligentes Personalmarketing zu kommunizieren.